Sind Sie für oder gegen Gentechnologie? Eine Frage, die zwar interessant klingt, aber im Grunde völlig überflüssig ist. Gentechnologie ist bereits eine Realität, egal ob man dafür oder dagegen ist. Das ist wie bei der Formel 1. Man kann vehement dagegen sein, doch das ändert nichts daran, dass Michael Schuhmacher weiterhin Rennen fährt, auch ganz allein wenn es sein muss. Gut man kann sagen, Formel 1 ja, aber nicht in der Schweiz. Also Gentechnologie ja, aber nicht in der Schweiz?
Wie schlimm aber ist Gentechnologie? Niemand weiss es. Die Gefahren die lauern sind alle mehr oder wenig theoretischer Natur. Während wir die Gefahren natürlicher Fortpflanzung bestens kennen. Doch kommt ausser einem Priester sonst noch jemand auf die Idee, die sexuelle Fortpflanzung zu verdammen, nur weil dabei auch Kreaturen wie dieser Mörgeli oder Thomas Gottschalk entstehen? Gentechnisch gesehen, wäre das vermeidbar gewesen. Dolly schrieb keine Politkolumnen. Immerhin.
4.6.2005
Der Teddybär wurde vom amerikanischen Präsidenten Roosevelt erfunden, um damit die Weltwirtschaftskrise zu bekämpfen. Doch der Bär erwies sich als faul und launisch und weigerte sich etwas anderes zu tun, als herzig dreinzuschauen. Deshalb wurde er auf den Müll geschmissen. Dort wurde er von Johannes Baerlocher, einem aus der Schweiz eingewanderten Anlagebetrüger, gefunden und sogleich als Maskottchen für ein neuartiges Schneeballsystem eingesetzt. Kurze Zeit später floh Bärlocher, mit den Anlagegelder seiner Kunden und dem Teddybär nach Mexiko, wo dieser ein neues Dasein als Drogenkurier fand. Der Teddybär flog und reiste vollgestopft mit Drogen um die halbe Welt. Als er eines Tages in der Businessclass neben dem Gen-Forscher Hubertus Bärlauch sass, war dieser sofort angetan vom putzigen Bären. Er nahm ihn mit nach Zürich und begann mit gentechnischen Experimenten und konsumierte dabei den Stoff, den der Bär mit sich führte.
Vor wenigen Jahren gelang Bärlauch der Durchbruch. Er klonte den ersten Teddybären. Dieser wurde unter dem Namen Josef Estermann sogleich zum Stadtpräsidenten gewählt. Nach dessen Rücktritt plante Bärlauch die feindliche Übernahme der Politik durch Teddybären. Um dieses Unterfangen zu finanzieren gelangte er an die City-Vereinigung, die sich sogleich begeistert darüber zeigte, über 600 Teddybären zu klonen. Damit die Ähnlichkeit mit Josef Estermann (und dem aus einem misslungenen Klon-Versuch entstandenen neuen Stapi Ledergerber) nicht zu auffällig war, beschloss man die Bären durch lokale Gebrauchskünstler bunt anzumalen.
Der öffentlichkeitsscheue Hubertus Bärlauch zeigte sich in einem schriftlich geführten Interview hocherfreut darüber, dass alle seine Kreaturen nun in Zürichs Strassen zu sehen sind. Einige als klassische Teddybären, andere als klassische Nervensägen wie Kurt Aeschbacher. Derweil echauffieren sich Zürichs Künstler darüber, dass die Teddybären keine Kunst seien und allenfalls die Bank Julius Bär, nicht aber den Kulturstandort Zürich representieren. Der Maler und Objektfetischist Nils Ohnebär ist erzürnt über den Umstand, dass die Cityvereinigung sich weigerte den als Domina verkleideten Bären auszustellen, "genauso wie meine Objektstudie Bär in Vanilleeis mit Sägespänen". Ebenfalls unzufrieden ist die Feministin Ursina WeissbärIn für die die Bäreninvasion ein "typisch männliches Objektdenken" darstellt. Sie vermisst insbesondere den gesellschaftspolitischen Diskurs über den Teddybären und die Teddybärin in unserer Gesellschaft. "Die meisten Teddybären fristen ein trostloses Dasein in Kajütenbetten und Einzimmerwohnungen. Es ist an der Zeit auf diesen Missstand aufmerksam zu machen." Ganz anders sieht das Bärnhard Honigmund. Für ihn sind die geklonten Bären "Sinnbild für eine Gesellschaft, die sich nur noch selber reproduziert."
15.05.2005
Die Populisten hatten es auch schon leichter. Da genügte es EU! zu brüllen, oder Asyldrogendealereinbrechervergewaltigerfundamentalist und schon hatte man einige Prozentpunkte bei den nächsten Wahlen zugelegt. Heute müsste man das Volk mit anderem Ködern. Sagt nein zu Schengen und wir halbieren euch die Krankenkassenprämie. Oder: Nein zu Dublin, ja zu Aldi-Süd. An der Urne könnten die Abstimmungskuverts gegen einen Einkaufsgutschein oder ein paar Euro getauscht werden.
Dabei hätte es die EU in der Hand die bösen Schweizer auf den guten Pfad der gemeinsamen Währung zu führen. Mit einer rigorosen Gesichtskontrolle an der Grenze zum Beispiel. Schliesslich könnten sich abgewiesene Asylbewerber als Schweizer tarnen. Denkbar wäre auch eine Visumspflicht für Schweizer Einkaufstouristen. Willst du zu Lidl, musst du einen Antrag stellen. 6 Monate im Voraus. Schweizer könnten dann via Kiew und Visumskandal als Nackttänzer ganz legal in Deutschland einreisen und das germanische Rotlichtmilieu bereichern. Sozusagen als verlängerter Arm von Lardelli, dem zweifachen Mörder, der jetzt gerne Liebesoasen eröffnen möchte. Sex sells. Auch etwas, was die Populisten in ihren politischen Kampagnen komplett vergassen. Filippo Leutenegger und Rita Fuhrer auf einem bunten Ausziehkalender.
Wie idiotisch die Populisten mittlerweile vorgehen zeigte sich mit dem Auftritt der vermummten Grenzwächter, die vielleicht gar keine Grenzwächer waren. Hausbesetzer und Terroristen sehen vor der Kamera genau gleich doof aus. Als nächstes warte ich gespannt auf den maskierten Auftritt von Blocher mit einer netten Wollmütze auf der unten "Bundesrat" draufsteht. Gestrickt von Toni Bortoluzzi und das Lamento in Versform vorgetragen von Herrn Freysinger.
06.05.2005
Die Verdoofung des Schweizer Fernsehens ist ja nichts neues. Das hat vermutlich schon vor 50 Jahren begonnen und ist ein derart schleichender Prozess, dass niemand mitbekommen hat wie sich der Samstigjass über Jahre hinweg zur stilbildenden Sendung entwickelte. Nicht dass ich hier jetzt nach mehr Kultur schreie, denn eine der fürchterlichsten Sendungen die das Schweizer Volksfernsehen je verbrochen hat war Babylon, etwa gleich lustig und unverständlich wie das Cafe Bale, das man vermutlich nur begreift, wenn man gleichzeitig von einer Guggenmusik vollgedröhnt wird.
Natürlich lieben Millionen Lüthi und Blanc, lechzen nach neuen Folgen von Bianca, während ich solchen Seifenopern sogar die Wiederholung eines Fussballspiels vorziehe, bei dem ich weiss, dass es am Ende 0-0 stehen wird. Aber ich gönne den Menschen diese Sendungen. Wie ich ihnen auch Glanz und Gloria gönne, oder den Mister Schweiz. All den Müll, den man vor Jahren nur in der Schweizer Illustrierten nachblättern konnte und der jetzt ins Hauptprogramm gerutscht ist wie Sven Epiney und andere Kochlöffel. Lifestyle nennt sich das und umfasst alles von Latex über Botox bis zu Jürg Marquardt.
10 vor 10 heiratet die Tagesschau und trägt auch schon ein ungeborenes Meteo im Bauch. Herzig. Nur dass die beiden heimlich heiraten ist doof, so etwas gehört doch ins Samstagabendprogramm. Die wirklich grossen Ereignisse der vergangenen Wochen waren sowieso nur Heirat und Beerdigung. Da kann auch nicht viel schief gehen, die einen sind schon tot und die anderen lassen sich erst nach der Heirat scheiden. Was auch durchaus vernünftig ist.
02.05.2005
Es gibt Menschen die formatieren ihre Computerfestplatte alle paar Wochen neu, um sich so von all dem Schmutz, Viren, Spionen und sonstigem digitalen Müll zu befreien. Dazu gibt es Hilfsprogramme die Fehler auf der Festplatte aufspüren oder umgehend melden, wenn ein Trojaner an die Tür klopft und Einlass begehrt. Besonders ekelhaft sind die Würmer die durch Emails verbreitet werden. Viele dieser Würmer sind höfliche Menschen.
Sehr geehrter Herr, durch widrige Umstände bin ich leider nicht in der Lage die 275 Millionen Dollar die ich von meinem lieben Onkel, dem Diktator Sowieso, erhalten habe, legal zu nutzen. Schon immer war es so, dass Betrüger besonders gute Manieren hatten. Vielleicht sieht deshalb auch der Herr Lombardi so manierlich aus. Der ist weder ein Trojaner noch ein Wurm, dafür rast er gerne betrunken an Radarfallen vorbei.
Vielleicht müsste mal jemand die Festplatte des Herrn Lomardi neu formatieren, es kann ja durchaus sein, dass sich dort ein afrikanischer Diktator eingenistet hat, der ihm jetzt ständig ins Ohr funkt, dass ihm niemand etwas anhaben könne, schon gar keine betrunkene Radarfalle, die dauernd losblitzt, wenn er im Schneckentempo an ihr vorbeifährt.